Dialog mit China

 

Unter dem Titel „Mit anderen Augen – Dialog braucht Begegnung“ findet noch bis zum 10.April 2026 im Chinesischen Kulturzentrum, Klingelhöfer Straße 21 in 10785 Berlin eine interessante Ausstellung zu „3 Jahre Künstler*innenaustausch Berlin-Nanning“ statt. Am 01.04. wurde ich zum Artist Talk mit 11 der dort 25 präsentierten Künstler*innen eingeladen.

Peter Lindenberg, Lan Wang, Elfi Greb, Maryam Motallebzadeh, Toni Wirthmüller, Gabriele Nocker, Evelyn Sommerhoff, Ila Wingen, Torsten Schumann, Helmut Jahn, Christoph Damm (v.l.)

Nicht nur die Werke waren beeindruckend und vielfältig, auch die  Erzählungen über die Aufenthalte in der grünen Region Guangxi über Kultur, Menschen, Natur und Klima brachten uns zum Nachdenken, was kann man von China alles lernen.
Ila Wingen sprach dazu in Ihrem Grußwort zur Eröffnung: „Eine Reise nach China ist weit mehr als ein geografischer Ortswechsel. Es ist auch eine Einladung, eigene Vorurteile abzubauen und in die lebendige Kultur eines Landes einzutauchen, das sowohl herausfordernd als auch bereichernd ist.“ Das Thema der Ausstellung „Mit anderen Augen – Dialog braucht Begegnung“ ist hier zu spüren.

Evelyn Sommerhoff, Ping Huang, Ila Wingen (v.l.)

Die Ausstellung in Berlin wurde kuratiert von Ila Wingen, Evelyn Sommerhoff und Ping Huang.

Peter Lindenberg „Die Bambusbrücke“
Er erklärte die Entstehung des Bildes: „Die Bambusbrücke fragil zwischen den Pflanzen über einem kleinen Wasserfall gelegt, war für mich ein Symbol für den Respekt der Menschen in dieser Umgebung gegenüber der Natur.“

Lan Wang „Schöne im Fischreigen“ (rechts)
Dazu sagt sie: „Das Motiv des Fisches – in der chinesischen Kultur ein Symbol für Glück, Wohlstand und das Fortbestehen des Lebens – wird hier in eine fließende, zeitliche Bildsprache übersetzt.“

Elfi Greb „Li_Pai_7845“
Eine nächtliche Flussfahrt auf dem Yong Jiang wurde von einer Fotografie von der Künstlerin auf Washi Papier „übertragen“, Lichter überall – Bewegung überall – Bewegung auf dem Wasser

Maryam Motallebzadeh „Schrift im Block, Meine erfundene Schrift“
Hier entstand durch verschiedene Einflüsse die Verschmelzung von chinesischer und persischer Schrift auf asiatischen Papier, „ein Ausdruck, der Ästhetik, Poesie und persönlicher Erfahrung zu einer gemeinsamen Verständigung“, wie es die Künstlerin erklärt.

Toni Wirthmüller „Incisions/Guaangxi“
Er sagt zur Entstehung seines Kunstwerkes: „Grundlage bilden textile Fundstücke, die während der Reise durch die chinesische Region Guangxi gesammelt, überarbeitet und zu neuen Bildkörpern gefügt wurden. Trotz dieser Neuformierung bleibt die Nähe zum menschlichen Körper ebenso spürbar wie die Intimität der verwendeten Materialien.“

Gabriele Nocker „Aufbruch“
Diese Keramik markiert verschiedene Spannungsfelder wie die Künstlerin erklärt: „zwischen mehreren Einzelelementen, Keramik und Metall, zwischen Gefäß und Objekt, Funktion und Nicht-Funktion, zwischen bewusster Gestaltung und Spiel/Zufall, zwischen Erde und Feuer, zwischen China, in dessen Kultur die Keramik eine hervorragende Rolle spielt, und Deutschland.“

Evelyn Sommerhoff „ Die Farbe Rot“
Die Künstlerin zeigt: „Das dominante Rot symbolisiert die tiefe kulturelle Tradition Chinas, die in den Tempeln und Festen der Region präsent ist. Das weiße Feld und die Tuschezeichnung auf Chinapapier vermitteln sowohl die meditative, spirituelle Atmosphäre als auch den dynamischen Wandel in der Region.“

Ila Wingen „Emptiness and Fullness“
Zu diesem Bild sagt die Künstlerin: „In der chinesischen Landschaft erscheint Harmonie als geistiger Zustand, gewachsen aus Tradition und Gegenwart. Landschaft wird zum Ort der Erkenntnis, an dem äußere Form und innere Bewegung einander entsprechen, kein Stillstand – Ausgleich im Wandel. Tradition und Veränderung“

Torsten Schumann „o.T., aus Vermilion Confusion“ (rechts)
Er erklärt die Entstehung der im städtischen Alltag gefundenen Objekte und Szenarien: „In den Bildpaaren unmittelbar zusammengefügter fragmentarischer Blicke auf unser reales zeitgenössisches Leben lösen sich die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Schein auf.“

Helmut Jahn „wo wir im nebel gingen, Guangxi II“
Die Entstehung erklärt der Künstler: „Den Wind fangen – in die Landschaft eintauchen: Guangxi beherbergt die „schwebenden“ Karstkegel, die Jahrhunderte und auch heute Motive der chinesischen Tuschemalerei sind.“

Christoph Damm „Unterwegs: B36°03´55.6´´N, L103°42´46.0´´E“ (rechts)
Der Künstler war „Unterwegs auf dem Eisenweg“, die Grundlage dieser Fotografie bildet die Schienenstrecke von Shanghai über Xining nach Lhasa, der höchsten Bahnstrecke der Welt. „Bewegung malt tausende Meilen Traum“!

Ich bin noch immer noch tief beeindruckt, danke das ich diesem Artist Talk beiwohnen durfte.

 

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